Sepp Plieseis

Flucht in die Berge

Wie der insgesamt recht bescheidene österreichische Widerstand gegen das NS-Regime wurde auch der Widerstand im Salzkammergut überwiegend von der KPÖ getragen. Der legendäre Anführer dieses Widerstandes war der vormalige Spanienkämpfer in den Internationalen Brigaden und entflohene KZ-Häftling Sepp Plieseis (1913 - 1966). Aus seinen 1946 erschienen Erinnerungen hier die Kapitel, die seine Flucht aus einer Halleiner Außenstelle des KZ Dachau am 20. August 1943 schildern. Plieseis war es gelungen, Kontakt nach außen aufzunehmen, um seine Flucht vorzubereiten und zu unterstützen. Plieseis schildert die Ereignisse in der 3. Person, der Erzähler tritt als "Sepp" auf.

Die Gebüsche am Waldrand! Den Kopf tief gebeugt, die Schultern eingezogen, stieß er hinein. Die nassen Zweige schlugen ihm schmerzhaft in das Gesicht. Zähes Gestrüpp schien nach seinen Beinen zu greifen. Er kämpfte sich durch, und hinter ihm rauschten die Büsche zusammen. Jetzt konnte er einmal um sich blicken. Mehr nach rechts, halbhoch am Abhang musste er sich halten. Würde dem Kampfgenossen aus Ischl in dem strömenden Regen nicht die Zeit zu lang geworden sein? Wenn der es nicht in der Nässe ausgehalten hatte, dann war die Flucht schon zu drei Vierteln vereitelt. In Häftlingskleidung hier in dem dichtbesiedelten Salzachtal, nein, so kam man nicht durch. Franz musste da sein. Eintausendsechshundertunddreiundfünfzig Tage Gefangener, wenn er die Tage der Internierung in Frankreich dazurechnete; mehr als viereinhalb Jahre erfüllt von dem glühenden Verlangen, einmal wieder über sich selbst zu bestimmen: Jetzt hatte er das Ziel erreicht, wenn er auch noch scheu wie ein Reh durch das Unterholz des Waldes schlich.

Einen Augenblick lang blieb Sepp stehen und horchte in die Gegend hinüber, wo seine Gefährten im Heu lagen. Es blieb alles ruhig. Man hatte seine Abwesenheit noch nicht bemerkt. Mit jedem Schritt, den er nun weiter tat, wuchs das Gefühl der Sicherheit. Da, diese Schneise musste er überschreiten und dann, links von den Steinen, führte der schmale Jägersteig vorbei, der ihn zu der Buche leitete, an der Franz warten sollte.

Es war dämmerig in dem dichten Walde unter den tief ziehenden Regenwolken. Behutsam ging er weiter, nur die Zehenspitzen aufsetzend, um jedes unnötige Geräusch zu vermeiden. Da, das war der hohe alte Baum, und da lehnte ein Mann am Stamm und schaute plötzlich aufgeschreckt um sich. Und nun winkte er, das Gesicht konnte man bei dem schlechten Licht noch nicht erkennen, er winkte und schwenkte etwas in der Rechten. Ein Bündel war es, und jetzt rief er herüber: "Endlich!"

Ja, endlich! Sepp machte wieder schnelle Sätze und stand vor Franz. Nein, große Begrüßungen gab es nicht. Und einen wilden Freudenausbruch erst recht nicht. Das Bündel hielt ihm der Freund hin, doch er schob es hastig zur Seite. "Franz die Pistole!" Der Ischler sah ihn forschend an und reichte sie ihm am Lauf, so dass Sepp sofort den Kolben umklammern konnte. "Sind sie schon hinter dir her?" Ein stummes Kopfschütteln, der rechte Arm fuhr in Schulterhöhe, und schnell visierte das suchende Auge über Kimme und Korn. Dann erst ließ sich Sepp in das feuchte Waldmoos gleiten; die Waffe in Griffnähe neben sich, riss er hastig die Häftlingskleidung herunter.

Einen blauen Monteuranzug hatte Franz nur beschaffen können, dünn und verwaschen; aber das war nun nicht mehr das verhasste Zuchthausgewand, das er so viele Jahre hatte tragen müssen. Und Schuhe hatte er mitgebracht. Als Sepp sie über die Fußlappen zog, da fühlte er, wie er würde wandern und wandern können hinaus in das Leben, auf das er so lange hatte. warten müssen.

Viele Worte wurden nicht gewechselt. Die Häftlingskleidung wickelte Sepp zu einem Bündel zusammen und klemmte sie unter den Arm. Die musste verschwinden. In der Salzach würde sich schon ein Strudel finden, in den sie versenkt werden konnte.

In der Scheune, in der die Kameraden lagen, war es immer noch ruhig. Die Häftlinge hatten sich tief in das Heu eingewühlt, um sich zu erwärmen, und schliefen tief und fest. Nur die Freunde Sepps, Lois und Stamperl, lagen unruhig und lauschend da. Eben hatten sie noch das Rascheln im Strohhaufen deutlich hören können; nun war es ganz still in dem Winkel geworden. War Sepp fort oder ruhte er sich dort noch aus? Als sich eine Viertelstunde lang kein Laut mehr vernehmen ließ, da waren die beiden froh. Jetzt musste er den Wald schon erreicht haben. Einmal würden sie auch den Sprung in die Freiheit wagen, wenn erst Sepp alles für ihre Unterbringung vorbereitet hatte.

Der Tag war schon in die Nachmittagsstunden vorgeschritten da rappelten sich die beiden Wachposten auf und befahlen: "Antreten!" Der Regen hatte nachgelassen, und darum sollte die Arbeit auf dem Schießstand fortgesetzt werden. Der Vorarbeiter Hofer versuchte, die Häftlinge ohne große Kontrolle gleich zur Arbeitsstelle zu führen; aber das gelang nicht. Der Sudetendeutsche begann zu zählen und stellte sofort fest, dass einer zuwenig sei. "Wer findet da nicht aus dem Heu 'raus?" schnauzte er. "Heda! Lange genug geschlafen, jetzt wird wieder geschafft!" brüllte er laut. Aber es kroch keiner mehr hervor.

"Wer fehlt?" Nun ließ es sich ja nicht mehr vermeiden, dass sie die Abwesenheit Sepps feststellten.
Loisl meinte: "Beim Bauern wird er drunten sein!" Und Hofer ging, um ihn dort zu suchen. Er nahm sich Zeit. Er wusste ja genau, wie lange Sepp schon unterwegs war, aber jede Minute, die er noch gewinnen konnte, war mehr als Gold wert.

Als er achselzuckend zurückkehrte und berichtete, weder Bauer noch Bäuerin hätten den Vermissten am heutigen Tage erblickt, wurden die beiden Posten nervös. Der Sudetendeutsche wollte sofort in die Kaserne zurück, um dort Meldung zu erstatten. Stamperl versuchte sie noch einmal zu beruhigen. "Der wird sich da irgendwie auf dem Schießstand verkrochen haben. Der Plieseis war die letzte Zeit ein bisserl närrisch, hat mit keinem Menschen mehr sprechen wollen. Ist ja auch kein Wunder, lebenslänglich KZ, da kann man schon am Dasein verzweifeln."

"Und wenn er geflohen ist?" fragte der eine Wachposten, der um sein eigenes Schicksal bangte.

"Der ist nicht geflohen!" meinte Loisl. "Der hat den ganzen Mut verloren. Wenn er nicht droben auf dem Schießstand ist, dann sucht ihn in der Salzach. Der hat sich das Leben genommen. Der mag eben nicht mehr lebenslänglich mitmachen!"

Als auch oben auf der Baustelle keine Spur von dem Fehlenden zu finden war, rannte endlich der Sudetendeutsche zur Kaserne zurück, um die Meldung zu erstatten. Und dann gab es Großalarm. Die beiden, Franz und Sepp, hatten inzwischen ihren Eilmarsch angetreten. Drüben, jenseits des Tales der Salzach, grüßte der Schmittenstein herüber, der erste Berg, den sie unbedingt erreichen mussten, um sich dann durch das Gewirr der Berge, die sich zwischen Salzach und Traun und zwischen Wolfgangsee und Dachstein erhoben, hindurchzuschlagen. Die Berge kannten . sie; aber sie kannten unterwegs keinen Menschen, mussten sich verborgen halten oder es wagen, sich irgendwem anzuvertrauen, der ihnen dann die Verfolger auf die Spur setzen konnte. Im Jahre 1943 war eine Flucht aus dem Konzentrationslager eine solche Seltenheit, dass Sepp erwarten musste, die ganze SS-Einheit in Hallein würde alarmiert werden, um ihn wieder einzufangen.

In einem Bach wateten sie eine große Strecke aufwärts, um jede Spur zu verwischen und vor allem den Bluthunden, die die SS auf ihre Fährte setzen würde, die Witterung zu nehmen. Hier verschwand auch die Häftlingskleidung unter den Rollsteinen. Der Regen ließ langsam nach. Ihre unbequeme und feuchte Fußpartie musste bald auffallen, wenn sich die Menschen erst wieder aus den Häusern getrauten. Daher stiegen die beiden am anderen Ufer wieder an Land und schritten kräftig, aus, um das dicht besiedelte Tal so rasch wie möglich zu durchqueren.

Nun hatte der Regen aufgehört. Franz sagte: "Jetzt werden deine Leute wieder an die Arbeit müssen. Wenn sie dann zählen ..."

"Ja, dann werden sie Sepp nicht mehr finden. Loisl und Stamperl werden ihnen ja allerhand Geschichten erzählen, und auch Hof er wird denen was vormachen; aber glauben werden sie es natürlich nicht."

"Und dann geht die Hetze los!"

"Das ist doch logisch!" Sie stapften beide schneller weiter, den schmalen Pfad entlang, an dem hie und da einzelne Gehöfte lagen.

Ein alter Bauer bot ihnen einen "Guten Abend!" ein Mädel ein fröhliches "Grüß Gott!" Franz beantwortete die Grüße freundlich, Sepp knurrte nur. "Bist wohl das Leben in der Freiheit gar nicht mehr gewohnt, dass du so verdrießlich dreinschaust?" fragte Franz.

"Umarmen möcht' ich die Menschen alle! Aber bei jedem ,Grüß di' könnte ich auch laut fluchen, weil es so gefährlich ist!"

"Gefährlich? Was das Mädel da gesagt hat?" Franz starrte seinen Gefährten verwundert an.

"Ja, gefährlich! Denn wieder hat dich einer erblickt. Und wenn die Suchpatrouillen kommen, dann fragen sie die Leute aus, und dann werden sie plaudern: Ja, zweie sind hier gegangen, haben so und so ausgeschaut und sind da hinauf 'gangen ...' Na, ist das nicht gefährlich?"

"Ob sie uns grad hier suchen werden?" zweifelte Franz noch.

"Mein Lieber, dass ich aus Ischl bin, wissen sie. Und dass ich dann nicht hinüber nach Berchtesgaden gestiegen bin, pfeilgrad dem Hitler in seinen Salzbergbunker zu, das kann sich auch ein Hirnrissiger zusammendenken. Auf Salzburg zu oder nach Golling hinauf - das scheidet ganz aus, weil da überall Straßenwachen stehen und der Verkehr zu stark ist. Wenn sie uns suchen, dann nur auf den Schmittenstein zu oder im Wiesental und am Tauglbach lang."

Franz wurde ernst. "Ja, wenn ich dich mit dem Motorrad hätte entführen können ..."

"... oder mit dem Flugzeug oder im U-Boot!" setzte lachend Sepp hinzu. "Lass nur gut sein, Franz! Frei bin ich, eine Pistole habe ich, und bekommen tun sie mich nie mehr lebend. Da fängt der Wald an. Dort müssen wir uns ein Versteck aussuchen, um erst mal eine Suchwelle vorübergehen zu lassen."

Beide atmeten auf, als sie die ersten schütteren Baumreihen hinter sich hatten. Sie bogen gleich vom Wege ab und schritten den Abhang hinan. Jenseits einer Waldlichtung, von der aus sie einen guten Blick in das Tal hatten, erhob sich eine alte, mächtige Fichte. "Da haben wir schon das Versteck! 'rauf auf den, Baum! Die dichten Äste, die vielen Zweige - sehen kann uns von unten keiner. Klettere hoch, Franz!"

Er blieb unten stehen und wartete, bis sein Freund ihm von oben zurief, er habe einen erträglichen Sitz gefunden. Für ihn sei in der Astgabel auch noch Raum. Sorgsam umkreiste er erst den Stamm, eng und weit, und als er festgestellt hatte, dass nichts entdeckt werden konnte, stieg auch er zu dem luftigen Platz empor.

Selbst verborgen, blickten sie doch durch das Gezweig weit in das Land hinein, zum Salzachtal hinab und nach dem Dorf Adnet hinüber. "So, hock dich richtig hin; bis es dunkelt, werden wir wohl hier warten müssen. Weicher hätte der erste Rastplatz im Freien auch sein können!" Es sitzt sich nicht bequem in einer Astgabel, und die borkige Rinde ist kein sanfter Plüsch. Aber es musste eben ausgehalten werden.

"Willst was essen?" fragte Franz. "Hab' dir schon was zum Abendbrot mitgebracht!"

Sepp schüttelte den Kopf und spähte zum Dorfrand hinab. "Da, sie kommen schon!" Er steckte die Pistole griffbereit in die Jackentasche. "Wenn es nur zwei bleiben, dann werden wir es nicht sein, die auf dem Platze liegen bleiben! Nein, da sind schon mehr!"

Erst waren es zwei SS-Männer, die dort drüben vom Dorf her über die Wiesenhänge ankamen, dann aber tauchten drei Suchpatrouillen in ihrem Blickfeld auf, die sich jedoch alle mehr nach Norden hielten. Hinter einem Wäldchen brach ein ganzer Trupp SS-Reiter hervor, fächerte aus und begann, über die Wiesen und Felder zu traben.

"Müssen mich für einen verflucht wertvollen Burschen halten, die Strolche!" knurrte Sepp. "Die haben ja die ganze Garnison aufgeboten! Ganz egal! Wenn sie uns ertappen, wird geschossen. Die letzte Kugel für uns!"

Der Freund wiederholte: "Jawohl, die letzte Kugel für uns!" Das Sitzen auf dem Ast wurde allmählich zur Qual. Nun, nachdem die Verfolger in Sicht waren, zwangen sich die beiden Flüchtlinge zu vollkommenem Stillhalten, und das machte die Sache nicht gerade leichter. Besonders Sepp hatte darunter zu leiden. Die lange Haftzeit hatte ihn so abmagern lassen, dass er kaum mehr Fleisch auf den Knochen hatte. Kein natürliches Fettpolster schützte ihn vor dem Druck, und der dünne Monteuranzug konnte das nicht ausgleichen. Doch es war eigenartig: Die wüsten Schmerzen spürte er eigentlich nur, wenn die Suchenden außer Sicht waren. Traten dagegen neue ins Blickfeld, so galt ihnen die ganze Aufmerksamkeit, und der elende Schmerz war vergessen.

Und diese Unterbrechung trat häufig ein. Sepp hatte mit seiner Vermutung nicht unrecht: Fast alle Dienstfähigen der Halleiner SS-Garnison waren aufgeboten worden, mit allem für solche Zwecke zur Verfügung stehendem Gerät, um den Flüchtling wieder einzufangen. Bisher war es ja noch keinem KZ-Häftling gelungen, aus dem Halleiner Arbeitskommando zu entkommen. Der SS-Kommandant wollte es nun nicht auf sich sitzen lassen, dass er bei der Bewachung nachlässig gewesen sei oder irgendeine Maßnahme versäumt hätte.

Ganze Schützenketten tauchten jetzt aus der Flussniederung empor und kamen auseinandergezogen über die Stoppelfelder, durch die Wiesen und Kartoffeläcker.

Auch die Waldlichtung, an deren Rand die bergende Fichte stand, wurde nun durchsucht. Manchmal streiften die SS-Männer so nahe an den beiden Versteckten vorbei, dass man sie mit der "Mütze hätte tot schmeißen können", wie Franz später den Genossen berichtete. Doch sie achteten nicht besonders auf irgendwelche Spuren. Stumpfsinnig trotteten sie durch das Gelände, und wenn sie miteinander sprachen, so beschäftigten sie sich nur insofern mit ihrer Aufgabe, als sie kräftig auf diesen strapaziösen Nachmittags- und Abenddienst schimpften.

"Hier Gelände absuchen?" brüllte da ein SS-Mann. "Ist ja blödsinnig! Der Mann ist längst im Auto und weg in die Schweiz. Werden ihn schon an der Grenze kriegen!"

"Soll ein Raubmörder sein!" setzte sein Nebenmann hinzu.

"Blödsinn! Doppelter gleich: Raubmörder und dann KZ? Aber sie werden schon wissen, warum sie den Plieseis so scharf suchen!" Und er wies auf einen Geländewagen hin, der durch das Gebüsch am Waldrand brach und den Hang heraufschnob.

Sepp sah darin einige SS-Offiziere, die, Ferngläser vor den Augen, die ganze Gegend musterten. Und es blieb nicht bei dem einzigen Kraftwagen. Drüben bei den Höhen von Adnet krochen gleich zwei über die Stoppelfelder, und ganz weit weg auf das Wiesental zu sah man noch einige über die Hügel fahren.

Langsam begann die Dämmerung herabzusinken. In der Nähe des schützenden Baumes war es ruhiger geworden. Nur in weiter Entfernung sah man noch einige SS-Leute durch die Gegend stolpern, bereits wieder in Richtung Hallein. Das Gros schien nach dem Wiesental abgeschwenkt zu sein, denn Franz glaubte die geländegängigen Kraftwagen dort in einem Hangeinschnitt erblicken zu können.

Jetzt konnte man sich wieder einmal strecken und den Sitz wechseln. Aber mit dem Abstieg warteten sie noch, bis wirklich die Dunkelheit über die Berge und Wälder herabgesunken war. Dann krochen sie, mit schmerzenden Knochen und steifen Gelenken, von ihren luftigen Sitzen herab und verschwanden schnell wieder im Waldesdunkel. "Hunde hatten sie nicht mit", sann Franz laut vor sich hin.

"Nicht an der Stelle, wo wir gerade waren, zu unserm Glück. Was meinst du, was mit uns jetzt schon geschehen wäre, wenn so eine Bestie unser Versteck verbellt hätte!"

Die rettende Bergtour

Sie hatten sich beide vorgenommen, in dieser Nacht noch den Schlenken zu ersteigen, um den nötigen Abstand von Hallein zu gewinnen und wirklich die Bergeinsamkeit zu erreichen. Genau bekannt war ihnen die Gegend nicht, und außerdem ist es ein Unterschied, ob man als fröhlicher Wanderer am Tage bei lachendem Sonnenschein ein Gebiet durchschweift oder in der Nacht als gehetzter Flüchtling ein festes Ziel erreichen soll. Hier in diesem Landstrich lag ein Bergtal, in dessen Nähe Sepp schon für die SS hatte arbeiten müssen. Das kannte er genau, und daher schlug er den Weg dorthin ein. Ein wenig leitete ihn bei diesem Unternehmen auch der Gedanke, dass die SS nicht annehmen würde, die beiden Verfolgten würden sich frech in das Gebiet des Halleiner Arbeitskommandos getrauen.

Später dann hat Sepp erfahren, dass er damit geradezu instinktiv den einzig möglichen Fluchtweg gewählt hatte. Alle anderen Pfade waren die ganze Nacht über durch Wachen und Horchposten gesperrt. Der SS-Kommandant hatte sich hoch und heilig geschworen, diesen frechen Ausbrecher auf den Bock zu befördern, koste es, was es wolle. Fast eintausend Mann waren eingesetzt worden. Das Holzeinschlaggebiet der SS hatte man aber frei gelassen, da es unwahrscheinlich erschien, dass sich der Ausreißer dorthin wagen würde.

Höher zog der Weg, und immer finsterer wurde es. Unheilvoll leuchteten ferne Blitze durch die Wolkenballen. Bald grollte auch der Donner immer lauter und lauter, und heulend fuhren die ersten Sturmstöße durch die Baumkronen. "Jetzt, wenn ich meinen Wetterumhang hätte!" klagte Sepp, als sie einen Holzabfuhrweg hinaufstolperten. Nur nicht an Höhe verlieren, das hatten sie sich vorgenommen. Bog der Weg nach unten ab, dann stiegen sie eben ohne Pfad weiter den Hang hinan. Irgendwann mussten sie doch einmal einen Gipfel erreichen, der ihnen eine Aussicht bot, an der sie sich wieder zurechtfinden konnten; aber lange Zeit schien es so, als wenn sie sich aussichtslos verirrt hätten.

Als die ersten Regengüsse durch das Laub und Geäst zu triefen begannen, sahen sie plötzlich vor sich im Blaulicht eines flammenden Blitzes eine kleine Waldkapelle. Schnell hatten sie das bergende Dach erreicht und warfen sich auf dem kalten Steinboden nieder.

"Das ist ein wirklicher Schutzheiliger!" stellte Franz aufatmend fest. "Man kann zwar in der Finsternis nicht ausmachen, wie er heißt und wer er ist, aber immerhin. Jetzt kann es gießen, soviel es will."

Und das tat es denn auch. Ein wahrer Wolkenbruch ging nieder, während die Donnerschläge krachten und die Blitze flammend zur Erde schössen.

"Kein Bluthund kann nach dem Unwetter morgen eine Spur ausmachen!" stellte Sepp zufrieden fest. "Und was jetzt noch in den Wäldern und Bergen umher kreucht, das wird so gebadet, dass es jede Lust zur weiteren Verfolgung verlieren muss. Franz, also jetzt können wir friedlich und sicher vor aller Störung unser Abendbrot futtern. Was habt ihr denn in der Freiheit noch zu beißen?"

Delikatessen könnte Franz nicht bieten. Aber die Kost war kräftig und ausreichend, und der Hunger, den sie über allen Aufregungen fast vergessen hatten, kam beim Essen; doch es war so viel vorhanden, dass er gestillt werden konnte. Danach konnte man plaudern und die Lage besprechen. Und ehe Sepp noch fragte: "Wie geht es meiner Mutter?" wollte er wissen: "Was macht die Partei?"

Sie lebte noch, drüben im Salzkammergut, in Ischl und Goisern. Ebensee und Aussee; aber sie war tief in den Untergrund gegangen. Viele ihrer aktivsten Mitglieder waren bei Razzien der Gestapo den braunen Machthabern in die Hände gefallen, und diese Opfer siechten in den Kerkern des "Dritten Reiches" dahin. Der Terror zwang die wenigen, die sich noch der Freiheit erfreuen konnten, zu größter Vorsicht. Sie wussten, dass auch ihre Namen bereits auf den schwarzen Listen des Sicherheitsdienstes der SS standen. Neue Einberufungen zum Heeresdienst hatten weitere Lücken in die Kader der Partei gerissen.

"Sepp, du wirst viel zu tun bekommen, wenn wir wieder stärker aktiv werden sollen!" schloss Franz seinen Bericht.

"Ich? Da muss ich doch erst die für mich völlig neuen Verhältnisse kennen lernen, ehe ich mich einschalten kann."

"Du hast dich nicht einzuschalten, vielmehr hast du uns einzuschalten!" entgegnete ihm kurz und klar sein Helfer. "Ich bin gekommen, nicht um dir einen persönlichen Gefallen zu tun, sondern um einen alten Aktiven wieder handlungsfähig zu machen. Und du übernimmst eben gleich, wenn wir erst in Ischl glücklich angekommen sind, die Neugruppierung der Partei und der österreichischen Freiheitsbewegung im Salzkammergut."

"Was ist bis jetzt schon geschehen?" wollte Sepp wissen. "Wenig!" gab Franz zu. "Wir versuchen alle entschiedenen Antifaschisten, ganz gleich welcher Richtung, zu sammeln. Wir sind ein entschlossenes Häuflein, aber ein kleines. Meist sind es nur die alten Parteimitglieder, die wieder Mut gefasst haben, und einige neue, die es satt haben, dem deutschen Faschismus noch länger als Schlachtvieh zu dienen. Wir gewinnen nur langsam Raum und Einfluss."

"Trotz der Stalingrad-Katastrophe und des Untergangs der Rommel-Armee in Nordafrika?" wunderte sich Sepp.

"Die Menschen sind alle wie benebelt von der Propaganda. Sie glauben immer noch an den Endsieg und hoffen auf das große Wunder. Oder sie tun aus Feigheit nur so, um der Gestapo nicht aufzufallen. Zum aktiven Kampf gegen die Nazis wirst auch du wohl nur wenige gewinnen."

"Nun, wir werden schon schauen!" Der Regen draußen begann schwächer zu rinnen, und die beiden bereiteten sich auf die Fortsetzung des Nachtmarsches vor. "Wie schmeckt dir die Freiheit?" fragte Franz.

"Ja, das ist seltsam! Ich habe mir das in den langen Jahren immer ausgemalt, wie herrlich, wie unbeschreiblich schön der erste Tag in der Freiheit sein würde, und jetzt - da ist die Freiheit selbstverständlich! Nicht mehr wegzudenken. Einfach lebensnotwendig. Und wer sie mir nehmen will, der muss mit mir kämpfen auf Leben und Tod. Ich will da keine Sprüche machen. Aber das eine sage ich jetzt schon: Mich bringt niemand nach Dachau zurück. Ich habe eine Pistole, und das Schießen habe ich nicht verlernt, und wenn ihr mich haben wollt bei der Freiheitsbewegung und ich dabei etwas zu sagen hätte, meine erste Weisung wäre: Keiner ergibt sich, ohne von der Waffe bis zur Kampfunfähigkeit Gebrauch gemacht zu haben!"

"Bravo!" Franz schwang sich den wesentlich leichter gewordenen Rucksack über. "Die letzten Tropfen. Gehen wir!"

Sie brachen auf, den völlig zerweichten Holzabfuhrweg weiter bergauf, bis sie in schütteren Höhenwald kamen. Die Wolken zogen ab, und das fahle Mondviertel erleuchtete ihnen den beschwerlichen Weg. Im Geisterlicht lag vor ihnen eine Bergspitze. "Der Schlenken!" behauptete Franz. "Bis dahin müssen wir heute noch kommen. Gipfelrast bis zum Morgen, und dann werden wir weiterschauen. Wir können nach Süden, auf Abtenau abbiegen und über Gosau und Goisern nach Ischl kommen ..."

"Nein, bloß keine Talschleichereien!" Sepp schüttelte entschieden den Kopf. "Wir bleiben so lange wie möglich oben auf den Bergkämmen. Im Tal oder in einer Schlucht, da können sie dich umstellen und einkreisen, plötzlich bist du in der Falle. Hier oben müssen sie dir in aller Freiheit gegenübertreten. Hier kann man die Gefahr herannahen sehen und seine Gegenmaßnahmen vorbereiten. Über die Regenspitze und den Genner müssen wir marschieren, hoch oben, dem Himmel nahe, und außerdem wird morgen nach dem Gewitter ein schöner Tag sein. Was meinst du, wie ich mich jahrelang, eintausendsechshundert Tage lang, auf meine erste Bergpartie in der Freiheit gefreut habe."

Kurz nach Mitternacht hatten sie den Schlenken erreicht und warteten auf dem Gipfel, bis sich fern im Osten der Himmel zu röten begann. Dann marschierten sie weiter.

Es wurde ein herrlicher Sonnentag. Weit schweifte das Auge über die sommerliche Bergwelt. Im Nordosten erhoben sich noch fern die Schroffen des Höllengebirges, den beiden durch manche gemeinsame Klettertour von Steinkogi aus bekannt. Im Süden reckte der Dachstein seine eisumpanzerten Gipfel in das Himmelblau. Im Osten lag die große Zahl der Kogel und Steine des Toten Gebirges. Dorthin wies Franz. "Wenn es in Ischl nicht geht, dann werden wir es dort drüben versuchen müssen. Wir werden da nicht einsam sein. Es sollen sich schon allerhand Leute in die freie Luft zwischen Loser und Priel zurückgezogen haben."

Sepp verschnaufte, ehe er wieder weiterstieg. "Im Toten Gebirge Flüchtlinge? Freiheitskämpfer? Wir haben jetzt August. Am zweiundzwanzigsten August schon treibt man das Vieh von den Hochalmen. Nein, lange könnten wir uns dort oben in den Gesteinsfeldern nicht halten. Der Winter auf den zerrissenen Hochflächen, das ist kein Spaß, mein Lieber."

"Aber wenn es nicht anders geht?" sann Franz. "Wieder einfangen dürfen sie dich auf keinen Fall. Dort drüben soll es noch ganz versteckte Höhlen geben, in denen man es den Winter über auch aushalten könnte."

Der Befreite lachte kurz auf. "Und den Höhlenbären erzähle ich etwas über die Grundlagen des österreichischen Freiheitskampfes, was? Franz, du sollst nicht immerfort von Sicherheit und guten Verstecken sprechen. Du sollst mir lieber erzählen, wo wir in Ischl, in Strobl, in Ebensee, in Goisern, Hallstatt, Aussee und Mitterndorf mutige Genossen wohnen haben, bei denen wir mit den ändern Freiheitskämpfern zusammenkommen können. Verstecken und nichts machen? Ja, da hätte ich ja ebenso gut in Hallein hocken bleiben können. Die Freiheit, ja, das ist eben der Zustand, wo man wieder wirkungsvoller für seine Ideale . arbeiten kann. Und das will ich tun. Sicherheit? Je mehr sich uns anschließen, um so sicherer werden wir mitten in Bad Ischl leben. Und daher Agitation! Und nochmals Agitation und Organisation so lange, bis wir die ersten öffentlichen Versammlungen werden abhalten können."

Franz lachte jetzt mit. "Du gehst ja gleich scharf ins Zeug. Aber wenn du meinst, du wirst ein leichtes Arbeiten finden, so täuschst du dich. Wir sind wenige, und die Zahl unserer Gegner ist groß: Parteimitglieder, SS, SA, Hitlerjugend, die Polizei, die Gestapo, die meisten Soldaten - wo du hinspuckst, steht immer einer, der seine Tüchtigkeit in der Heimat dadurch beweisen möchte, dass er einen Hochverräter gleich dingfest macht. Kann er das, dann hat er die beste Aussicht, nicht zur Wehrmacht eingezogen zu werden, darum geht es ja den meisten. Vorm Heldentod haben sie genauso Angst wie alle übrigen, die da als Volksgenossen umherwirbeln und vor allem mit sich selbst sympathisieren. Das ist ja das schwierigste: Die Nazis sind überall, fein verteilt im ganzen Volk, und die verpfeifen jeden, der einmal ehrlich gegen den braunen Schwindel aufmuckt, der verbotene Sender hört, der nicht zu jeder Lüge der Gauleiter Schirach und Eigruber ,Heil!' schreit. Diese Durchsetzung von ganz Österreich mit Nazispitzeln, die hat uns bis jetzt am meisten in der Agitation und Propaganda behindert. Und daher meine ich auch, am besten und klügsten tätest du, wenn du dich erst einmal einige Zeit in die Einsamkeit zurückzögest, bis du und deine Flucht wieder vergessen sind."

"Aus lauter Besorgnis um mich möchtest du mich wohl noch - zum Mönch oder gar zum Einsiedler machen! Nein, ich verkrieche mich nicht. Ich werde selbstverständlich versuchen, den Faschisten nicht in die Finger zu laufen. Aber aktiv bleiben muss ich, sonst hätte }a meine ganze Flucht keinen Zweck gehabt. Und wenn die braunen Henker merken, dass es nicht so leicht ist, einen Freiheitskämpfer zu fangen, jedenfalls nicht so einfach wie ein altes Mütterchen, das man wegen Schwarzhörens anzeigt, dann werden sie uns bald auch aus dem Wege .gehen. Ich schieße jedenfalls, wenn mir einer meine Freiheit wieder wegnehmen will. Und das wird das erste Gebot sein, das jeder Freiheitskämpfer zu erfüllen hat. Dann werden sich die Faschisten bald recht vorsichtig benehmen."

"Meinst du, sie haben Furcht?"

"Wir werden sie ihnen beibringen!"

Franz war noch nicht überzeugt. "Du wirst dich wundern! Nicht nur die eingefleischten Nazis, viele aus dem Volke glauben noch an Hitlers Sieg."

"Dann muss man eben alten Leuten sagen, was nach diesem Sieg kommen wird. Aber der Faschismus kann keinen Erfolg mehr haben, die Sowjetunion wird ihn bezwingen. Und eines Tages werden die Alliierten im Westen landen, genauso, wie sie im Süden gelandet sind. Die ersten Partisanen hier in den Bergen, sie werden ein Fanal für alle österreichischen Freiheitsfreunde sein."

"Kampf wie in den serbischen und bosnischen Bergen?" fragte sein Gefährte.

"Dazu wird es kaum kommen. Unsere Ausrüstung ist zu schlecht, und dann liegen wir zu weit von einer Versorgungsbasis ab. Die Flugzeuge der Alliierten, ja, die könnten wohl etwas hier abwerfen; aber nur ein geringer Teil würde in unsere Hände geraten. Wir müssen erst einmal versuchen, eine schlagkräftige illegale Organisation aufzubauen, dann erst können wir beraten, welche Aktionen wir unternehmen werden."

"Und noch brauchen wir zwei Tage, ehe wir in Ischl sind." Franz lugte von dem baumleeren Felsenhang zwischen Regenspitze und Genner hinab nach Sankt Koloman. "Schau mal, täusche ich mich, oder geht es da unten nicht immer noch sehr lebhaft zu?"

Sie spähten beide aus. Drunten im Tal sah man auf den Straßen kleine Gruppen von Menschen langsam dahinziehen oder lange an einer Stelle verharren. Ab und zu fauchte auch ein Kraftwagen einen Waldweg entlang, und was sich da so schnell über eine Waldblöße bewegte, musste eine Reiterpatrouille sein.

"Natürlich, sie suchen mich noch!" Sepp stellte es ruhig fest. "Sie werden wohl aus Dachau erfahren haben, dass ich ein alter Spanienkämpfer bin, und auf uns achtet man ganz besonders. An der ganzen Sondermannschaft, die sie da in Bewegung gesetzt haben, siehst du am besten, wie sehr sie uns fürchten. Aber ein Glück, dass wir so schnell hinauf in die Berge gekommen sind. Im Tal würden wir ihnen in die Hände laufen. Hoffentlich steigen sie nicht auch noch hier herauf!"

Das taten die Verfolger erst einige Tage später. Vorläufig begnügten sie sich damit, das ganze Salzachtal mit all den kleinen Nebentälern abzusuchen. Nicht nur die SS war auf der Suche. Die Nazipartei hatten sie aufgeboten, die SA, das NS-Kraftfahrerkorps, die HJ, sogar der BDM war auf Kriegspfad gegangen. Die ganze Bevölkerung war alarmiert worden. Die Polizei hatte zu einem geschickten Propagandakniff gegriffen, um das große Aufgebot zu rechtfertigen. Es handle sich, so wurde verbreitet, um die Suche nach einem gefährlichen Einbrecher und Raubmörder, der sich schwerster Verbrechen in der Salzburger Gegend schuldig gemacht habe. Um diesen Rohling zu stellen, müsse jeder Einwohner seinen Teil beitragen. Ein junger, kräftiger Mensch mit kurzgeschorenem Kopfhaar sei es, und er müsse unbedingt gestellt werden, um weiteres Unheil von der Landbevölkerung abzuwenden.

SS-Streifen hatten sich am vorigen Abend in vielen Häusern, die auf dem vermutlichen Fluchtweg lagen, einquartiert. Andere Gehöfte, deren Bewohnern man nicht ganz traute, wurden tagelang streng überwacht. In den Wäldern lagen Feldwachen, und die Hitlerjungen zogen lärmend durch die Auen. Stadt- und Landwacht zogen gewichtig auf, und die alten Männer schulterten eifrig ihre Stutzen, um den "Räuber" zu fangen.

Das konnten die beiden Höhenwanderer im einzelnen natürlich nicht erblicken, aber die Unruhe der ganzen Landschaft sandte ihre Vorboten bis hinauf zu den Bergen um den Schlenken.

"Da sie wissen, dass ich aus Ischl bin, wird es drüben im Tal der Traun auch recht unfriedlich zugehen!" stellte Sepp nach einer längeren Rastpause fest. "Wir werden heute nicht weiter marschieren als bis zur Genneralm. Morgen wird die Aufmerksamkeit der Suchtrupps wesentlich nachgelassen haben. Es gibt keine bessere Abkühlung für feurigen Eifer als achtundvierzig Stunden strammen, aber ergebnislosen Dienstes. Sollen wir morgen über den Hainzen direkt nach Ischl hinunter?"

"Wir werden uns lieber einen Tag länger Zeit lassen", schlug Franz vor. "Sie erwarten uns von hier, also werden wir einen Bogen nach Norden machen und von dort in das Städtchen einziehen. Oder hast du es sehr eilig?"

"Ich? Meinetwegen könnten wir bei dem schönen Wetter noch tagelang und wochenlang durch die Berge streifen. Du weißt ja gar nicht, wie ich mich nach den Bergen gesehnt habe. Wenn ich von Hallein aus herüber auf die bucklige Welt geschaut habe, dachte ich immer nur: Noch einmal da oben wandern können, frei sein; an einem schönen Sonnentage mit einem guten Freunde zusammen - das Leben gäbe ich dafür! Und schau, nun ist alles Tatsache. Aber das Leben will ich mir für mehr aufsparen. Das Leben, das freie Leben fängt erst wieder an!"